Stadtkongreß 2002

13. Mai 2002
Berliner Rathaus, Berlin

Zukunft Stadt

Die Städte stärken im demografischen und wirtschaftlichen Wandel

Stadtkongreß 2002 | Ort und Daten | Programm

Die ökonomischen Umbrüche und der demographische Wandel verändern die Städte grundlegend. Das Kernproblem liegt dabei in der Entkoppelung von Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum und räumlichen Siedlungswachstum. Der Rückgang der traditionellen Industrien, die globale Wirtschaftskonkurrenz und die Abwanderung von Handel und Gewerbe ins Umland schwächen die wirtschaftliche Basis vieler Städte. Gleichzeitig verändert sich die Stadtgesellschaft. Sie wird älter und kinderloser. Single- und Double-Haushalte dominieren die bürgerliche Stadt. Familien mit Kindern wandern ins Umland ab. Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Migrantenhaushalte konzentrieren sich in benachteiligten Stadtteilen. Die soziale und ethnische Ausgrenzung und Abwertung ganzer Stadtteile und Siedlungen nimmt zu.

Trotz stagnierenden Wirtschaftswachstums und einer insgesamt rückläufigen Bevölkerungsentwicklung schreitet der Zuwachs an Siedlungsfläche und Infrastruktur als Folge der anhaltenden Abwanderung der Stadtbevölkerung ins Umland ungebremst fort. Täglich werden 129 ha zusätzliche Verkehrs- und Siedlungsfläche in Anspruch genommen. Dies stellt nicht nur ein ökologisches Problem dar, sondern führt auch zu einer sozialen und ökonomischen Schwächung der betroffenen Städte. Die Verkehrs- und Umweltbelastungen und die kommunalen Infrastrukturkosten steigen unerbittlich an. Gleichzeitig müssen immer mehr Städte Abriss und Rückbau statt Wachstum organisieren. Dies gilt in besonderem Maße für Ostdeutschland.

Nachhaltige Stadtentwicklung heißt ökonomische und soziale Stärkung der Stadt und Vorrang für das Bauen im Siedlungsbestand. Ziel ist die Eindämmung der fortschreitenden Zersiedelung und der sozialen Entmischung. Steuern und Subventionen, die den Flächenfraß begünstigen, müssen verwandelt werden in Instrumente zur Stärkung und Erneuerung der Städte und der bestehenden Siedlungsräume. Wir laden Sie ein, Ziele und Strategien für eine nachhaltige Stadt- und Siedlungspolitik mit uns zu diskutieren.

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